Brandbekämpfung ist Ehrensache

112 - Freiwillige herbei

Etwa 51.000 Rheinland-Pfälzer sind aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Denn Brandschutz ist Ländersache und kein Land, auch nicht Rheinland-Pfalz, könnte diese Aufgabe ohne Ehrenamtliche erfüllen.

 

Entstanden aus Napoleons Not

Es war im Jahr 1810. Es sollte eigentlich der glücklichste Tag seines Lebens werden: Napoleons Hochzeit. Doch während der feierlichen Zeremonie brach im Ballsaal ein Feuer aus. Die Pariser Feuerwehr bekam es nicht direkt unter Kontrolle. Daraufhin ordnete Napoleon an, überall im Land Freiwillige Feuerwehren aufzustellen.

Deutschland nahm sich daran ein Beispiel. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gab es auch hier die ersten Freiwilligen Feuerwehren. Da die einfachen Löschgeräte damals viel Muskelkraft erforderten, rekrutierten sich die Löschtruppen meist aus Turnvereinen.

Organisation der Feuerwehr in Deutschland

Die Landesgesetzgebung regelt die jeweiligen Feuerwehr-, Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetze. Während die technische Ausstattung der Feuerwehren und die Ausbildung in allen Bundesländern relativ gleich sind, unterscheiden sich deren Organisation und Finanzierung von Land zu Land. Grundsätzlich lässt sich zwischen Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Jugendfeuerwehr und Werksfeuerwehr unterscheiden. In Rheinland-Pfalz gibt es nach aktuellen Statistiken fünf Berufsfeuerwehren mit etwa 750 aktiven Mitgliedern; dazu etwa 2.200 Freiwillige Feuerwehren mit etwa 51.000 aktiven Mitgliedern, etwa 1.000 Jugendfeuerwehren und rund 20 Werksfeuerwehren.

Die einzelnen Ländergesetze regeln, wann Städte und Gemeinden eine Berufsfeuerwehr errichten müssen. Vereinfach lässt sich festhalten, dass Städte und Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern dazu verpflichtet sind, eine Berufsfeuerwehr einzurichten. In Rheinland-Pfalz gilt das für Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier.

Ehrenamtliches Engagement

Ohne die Freiwilligen Helfer wäre die deutsche Bevölkerung in Sachen Brandschutz völlig unterbetreut. Berufsfeuerwehren gibt es nur wenige, weil sie teuer sind. Sie verfügen zum Beispiel über einen Löschzug mit 16 Mann Besatzung und müssen Tag und Nacht zur Verfügung stehen. In den Berufsfeuerwehren sind alle Mitglieder hauptamtlich beschäftigt.

In Rheinland-Pfalz gibt es auch einige wenige Hauptamtliche in den Freiwilligen Feuerwehren. Diese sind für die laufenden Aufgaben zuständig: Sie übernehmen schnell kleinere Einsätze, Verwaltungsaufgaben oder sind für die Gerätewartung zuständig. 95 Prozent der rheinland-pfälzischen Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr sind aber tatsächlich Freiwillige, die ihren Dienst für die Gesellschaft ehrenamtlich leisten.

Seilbahnübung 23.04.2016

Kameradschaftsabend Löschzug Mitte

Kameradschaftsabend

Der zur Tradition gewordene erste offizielle Termin beim Löschzug Mitte der Freiwilligen Feuerwehr fand am Samstag, 09.01.2016 statt. Wehrführer Christof Leinenbach konnte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Aktive, deren Partnerinnen und Partner sowie die Alterswehr zum Kameradschaftsabend begrüßen. Aber auch Gäste waren der Einladung gefolgt. Dabei stellten die Kameraden der Sapeurs Pompiers de Sarrebourg einen großen Anteil, ihnen voran Ehrenwehrführer Capitaine Maurice Heini, Wehrführer Lieutenant Benjamin Bernard und der Vorsitzende der Amicale Lieutenant Robert Haquet. Die Wehrleitung wurde vertreten durch den stellvertretenden Wehrleiter der Verbandsgemeinde Saarburg, Herrn Thorsten Perty.

In seinem Tätigkeitsbericht berichtete Wehrführer Christof Leinenbach u.a. von 88 Einsätzen für den Löschzug Mitte, wobei wiederum die Technische Hilfeleistung mit 39 vor den Brandeinsätzen mit 30 die Haupteinsatzgründe darstellen. Brandmeldeanlagen und Sicherheitswachdienste stellen den Rest der Einsätze.

In Vertretung für den Chef der Wehr, Bürgermeister Jürgen Dixius, sprachen der erste Beigeordnete der VG Saarburg, Herr Siegfried Büdinger, und der erste Beigeordnete der Stadt Saarburg, Herr Franz-Josef Reiter, dem Löschzug Mitte Respekt und Anerkennung für die geleisteten Einsätze und Übungen, aber auch die Bereitschaft zur Ableistung von vielen ehrenamtlichen Stunden z.B. mit der neubeschafften Drehleiter DLA(K) 23/12 aus.

Im Anschluss an ein reichhaltiges Buffet folgte der zweite offizielle Teil mit Verpflichtungen und Beförderungen. 

Dem Löschzug Mitte sind im Jahr 2015 fünf neue Aktive beigetreten, die sich vorstellten: Karolin Kaudy, Florian Himbert, Fabian Maquinghen, Nico Weber und Oliver Weber. Die neuen Kameraden wurden willkommen geheißen, deren Verpflichtungen zum aktiven Dienst beim diesjährigen VG-Feuerwehrtag in Dittlingen durchgeführt werden.

Verpflichtet wurden Frank Grundhöfer, Oliver Klar, Thorsten Koch und Benjamin Petermann, wobei die drei letztgenannten nach erfolgreichem Abschluss der Truppmann-Ausbildung bereits im Oktober des vergangenen Jahres zu Feuerwehrmännern befördert werden konnten.

Es folgten Beförderungen nach erfolgreichem Abschluss diverser Lehrgänge, Fort- und Weiterbildungen durch den ersten Beigeordneten Siegfried Büdinger:

zum Oberfeuerwehrmann: Ralph Gäßler und Christopher Person

zum Löschmeister: Andreas Kessler und Stephan Klang

zum Oberlöschmeister: Ingo Geidies, Frank Grundhöfer und Sascha Grünewald

zum Hauptlöschmeister: Reinhold Barbian

zum Brandmeister: Marc Hemmer und Jürgen Kirch

Bei gelöster Stimmung, Musik und Tanz ging die Feier bis in die frühen Morgenstunden.

Richtfest der Zentralen Wache im Saarburger Gewerbegebiet „Am Saarufer“

Bürgermeister Jürgen Dixius konnte am Samstag, 12.12.2015 zahlreiche Vertreter aus Politik, Feuerwehr, der VG-Verwaltung und der beteiligten Baufirmen am neuen Gerätehaus für den Löschzug Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Saarburg begrüßen, nach dem im Frühjahr/Sommer 2015 mit dem Bau im Gewerbegebiet Saarufer begonnen wurde.

Besondern konnte er Staatssekretär Stich vom rheinland-pfälzischen Innenministerium, Landrat Günther Schartz und den Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster, sowie die Landtagsabgeordneten Bernhard Henter und Stephanie Nabinger begrüßen.

In seiner Ansprache erwähnte Bürgermeister Dixius, dass die Baukosten von derzeit rd. 3,8 Mio. EUR vom Land Rheinland-Pfalz mit 1,15 Mio. EUR gefördert werden. Auch sei man mit dem Baufortschritt im zeitlichen Rahmen, so dass heute das Richtfest gefeiert werden könne. Auf 1.200 qm Fläche werden 13 Fahrzeughallen, Werkstätten, Sozial- und Umkleideräume, Unterrichts- und Aufenthaltsräume, ein Schulungsraum und die Feuerwehr-Einsatzzentrale untergebracht. Die zentrale Schlauchpflege für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Saarburg wird in einer Fahrzeughalle stationiert; auch die zentrale Atemschutzwerkstatt wird für alle Feuerwehren nutzbar sein.

Bürgermeister Dixius dankte den ausführenden Baufirmen und dem Architekt Henter vom Ingenieurbüro Jäger-Henter-Weimann aus Serrig für die bisher geleistete Arbeit.

Innenstaatssekretär Stich war beindruckt von den Ausmaßen der neuen Zentralen Wache für den Löschzug Mitte und dankte den Feuerwehrleuten für ihren uneigennützigen Einsatz zum Wohl der Bevölkerung. Er ließ die Zeit zwischen den ersten Gesprächen für die zunächst angedachte Erweiterung des Gerätehauses in der Heckingstraße und dem nunmehr im Bau befindlichen neuen Gerätehaus Revue passieren.

Auch die Abgeordneten Kaster, Henter und Nabinger dankten allen aktiven Feuerwehrmitgliedern für die geleistete Arbeit und wünschten eine gute Hand beim weiteren Baufortschritt.

Abschließend dankte Wehrführer Christof Leinenbach allen Gästen für ihr Erscheinen und lud nach dem Richtspruch zu einer Führung durch die neue Wache und einem wärmenden Imbiss ein.

Für die Baufirmen sprach Dachdeckermeister Tobias Weber neben dem obligatorischen Richtstrauß den Richtspruch mit einem Glas Saarwein auf dem Dach des Sozialgebäudes.

Zur Fotogalerie

Alarmübung im Saarburger Schwimmbad

Imagefilm "Wir alle sind Feuerwehr"